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Kinder sind Schauspieler

Kinder können sich normalerweise zwanglos »einfühlen«, Phantasie und situatives Gedächtnis hängen noch eng zusammen. Sie sind dadurch »perfekte Schauspieler«. Durch kognitive Schulung und alltägliche Rollenvorgaben wird diese Fähigkeit später überformt. Spontaneität, Emotionalität wird seltener gebraucht. Für »echte« Schauspieler gilt ein Wort des großen Max Reinhardt: sie stecken sich ihre Kindheit in die Tasche und holen sie später so oft wie möglich heraus.
Dass wir alle - besonders Kinder - spielen und »nachäffen« können, führen Wissenschaftler auf die Aktivität sogenannter »Spiegelneuronen« zurück. Sie feuern unbemerkt in der gleichen Hirnregion wie beim jeweiligen Gegenüber.

Erleben, nicht verstellen

Die Ausbildung von Schauspielern versucht, die Echtheit von Gefühlen auf der Bühne durch Mobilisieren des situativen Gedächtnisses, durch »Einfühlung« zu erreichen. Schauspieler sollen sich eben nicht "verstellen", sondern die Rolle erleben und vorleben. Hier wird eigentlich eine Gabe trainiert, die wir fast alle in unterschiedlicher Ausprägung haben - genau wie Musikalität.
Unbewußt nehmen wir in Gesprächen z.B. ähnliche Körperhaltungen ein wie unser Partner. Das signalisiert Einverständnis der Gefühle. Ebenso deutlich sind die Signale der Ablehnung: Abwendung, der »Blick aus dem Augenwinkel«, das »Pokerface«, das den Austausch emotionaler Zeichen verweigert.
Die therapeutische Wirkung, die sich erreichen lässt, wenn das "Körpergedächtnis" neu konfiguriert wird, ist inzwischen bekannt.
Das "Zürcher Ressourcen Modell" nutzt die Möglichkeit, mit "Embodiement" Persönlichkeit zu stärken, soziale Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.